Honig - Alles was Sie wissen wollen

Informationen über Honig

Bei Honig handelt es sich um ein von Bienen aus Blütennektar erzeugtes Produkt, das von Menschen größtenteils als Nahrungsmittel genutzt wird. 
Bevor man Zucker zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus der Zuckerrübe gewonnen hat, stellte Honig einen wichtigen und häufig auch den einzigen Süßstoff dar.
Bereits in der Steinzeit vor etwa 2,6 Millionen Jahren nutzte man Blütenhonig als Nahrungsmittel, was rund 9.000 Jahre alte Höhlenmalereien beweisen, auf welchen "Honigjäger" dargestellt sind. Diese nahmen den wild lebenden Bienenvölkern ihr Erzeugnis ab und verwendeten es zum Süßen ihrer Speisen oder als Köder bei der Bärenjagd. 
Der Ursprung der Imkerei mit Bienenhaltung für die Honiggewinnung wird in Anatolien im 7. Jahrtausend v. Chr. vermutet. Um 3.000 v. Chr. galt die goldgelbe Masse im Alten Ägypten als "Speise der Götter" und wurde Pharaonen in Töpfen mit ins Grab gelegt. Etwa 400 v. Chr. fand der griechische Arzt Hippokrates heraus, dass Honig Fieber senkt und leistungssteigernd wirkt. In der Folge wurden Honigsalben als Heilmittel eingesetzt und den Athleten bei den Olympischen Spielen Honigwasser verabreicht. 
Bis heute gilt das Bienenprodukt als eines der wertvollsten Lebensmittel, das nicht nur gut schmeckt und gesund ist, sondern auch zu verschiedensten Zwecken eingesetzt wird. 

Blütenhonige und Honigtauhonig - die süße Vielfalt 

Es existieren Honigsorten verschiedenster botanischer Herkunft, die sich in Geschmack, Farbe und Geruch voneinander unterscheiden. Ebenso ist für jede Blütennektar erzeugende Pflanze ein spezielles Spektrum an Wirkstoffen typisch. Benannt wird der Honig grundsätzlich nach dem darin am häufigsten vorkommenden Pollen. Stammen Nektar oder Honigtaumindestens zu 60 Prozent von einer bestimmten Pflanzenart, spricht man auch von Sortenhonig.

Blütenhonig

Blütenhonig wird das Produkt aus dem Blütennektar einer Pflanze genannt. Die häufigsten Blütenhonige aus dem deutschen Raum sind Akazienhonig, Buchweizenhonig, Edelkastanienhonig, Heidehonig, Kleehonig, Lindenhonig, Löwenzahnhonig, Rapshonig, Rosenhonig und Sonnenblumenhonig. Einige Sorten werden auch aus den Blüten von Obstbäumen gewonnen.

Zu den bekanntesten Importhonigen aus dem nahen und fernen Ausland zählen Eukalyptushonig (Italien), Lavendelhonig(Frankreich), Manukahonig (Neuseeland), Moltebeerhonig (Lappland), Orangenblütenhonig (Spanien), TasmanischerLederholzhonig (Australien), Thymianhonig (Griechenland) und Tupelohonig (Florida). 

Honigtauhonig

Als Honigtauhonig wird das von Bienen gesammelte Ausscheidungsprodukt von Pflanzenläusen, genannt Honigtau, bezeichnet, der an seiner dunkleren Farbe erkennbar ist und meist länger flüssig bleibt als Blütenhonig. 
Es handelt sich dabei üblicherweise um Blatthonig von Laubbäumen, der sich durch einen kräftigen, manchmal karamellartigen Geschmack auszeichnet, Tannenhonig, der würzig und von grünlich-schwarzer Farbe ist, und Waldhonig mit meist eher herbem Aroma und hell- bis dunkelbraunem Aussehen.

Die Heilwirkung von Honig und Honigprodukten

Bereits 400 v. Chr. hatte Hippokrates festgestellt, dass Honig Fieber senkt - dieser Erkenntnis folgten viele weitere, welche die Heilwirkung des Blütennektarprodukts belegten. In einem mittelalterlichen Kochbuch aus dem Jahr 1547 heißt es, dass Rosenhonig den Magen reinige sowie das Zahnfleisch vor Fäulnis bewahre. 
Auch heute noch wird Honig als Heilmittel eingesetzt, selbst wenn er nach deutschem Recht nicht als solches bezeichnet werden darf. Die enthaltenen Enzyme wirken leicht entzündungshemmend, abschwellend und schmerzlindernd. Honig fördert außerdem das Zellenwachstum und daher die Wundheilung mit geringerer Narbenbildung. 
Aber Achtung: Produkte "aus dem Glas" vom Supermarkt oder naturbelassener Honig eignen sich keinesfalls zur Wundbehandlung. Der für medizinische Zwecke eingesetzte Blütennektar wird zuvor mithilfe von Gammastrahlung sterilisiert. 
Honig findet allerdings nicht nur in der Nahrungsmittel-, sondern auch in der Kosmetik- und Geschenkartikelindustrie Verwendung, so werden beispielsweise Honigseifen und Kerzen aus Bienenwachs hergestellt. 
Große Bekanntheit erlangte auch die Propolis, eine harzartige Masse, die vorwiegend an den Fluglöchern von Bienenstöcken vorkommt, der man vor allem eine antibiotische Wirkung nachsagt. 

Lagerung und "Honigfehler"

Für Honig ist eine möglichst dunkle, geruchsneutrale und trockene Aufbewahrung ideal, damit sein Aroma und die Enzyme erhalten bleiben. Wird der Blütennektar auf diese Weise bei Temperaturen zwischen vier und 18 Grad gelagert, hält er mindestens drei Jahre lang, innerhalb derer es nicht zu einer Veränderung des Geschmacks oder Beeinträchtigung der Wirkung auf die Gesundheit kommen sollte. 
Wird Honig auf über 40 Grad erwärmt, gehen sämtliche wichtige Inhaltsstoffe verloren, weshalb man ihn nie kochen oder kochenden Speisen zusetzen sollte. Bei einer Erhitzung in der Mikrowelle sinkt sein Enzymgehalt schon nach nur wenigen Sekunden auf Null. Die kurze Erwärmung beim Süßen heißer Getränke ist jedoch vertretbar, da die Flüssigkeit im Körper relativ rasch abkühlt.
Nach einigen Monaten der Lagerung treten häufig optische Veränderungen am Honig auf, erkennbar an der kristallinen Ablagerung am Boden, bedeckt von einer flüssigen Schicht. Diese ist häufig auch am Rand des Aufbewahrungsbehältnisses zu beobachten. Bezüglich der Verwendung oder des Genusses hat diese Reaktion, die auch als Phasentrennung bezeichnet wird, allerdings keinerlei Bedeutung. Komplett auskristallisierter Nektar lässt sich mittels Erwärmung im Wasserbad wieder vorübergehend verflüssigen. 
Eine Begleiterscheinung dieser Kristallisierung ist die "Blütenbildung", es kommt dabei an der Innenwand des Glases und auf der Oberfläche des Honigs zu einer Weißfärbung, die durch eingelagerte Luft verursacht wird und ebenfalls das Aroma nicht beeinträchtigt.